Der "Yacht-Knigge"
Hier ein Link zu einer informativen Seite, an deren Inhalt sich so manche Crew, die meint sich an Bord im rechtsfreien Raum zu bewegen, halten sollte:
http://www.skippertipps.de/Yachtknigge.pdf
„Back-Lift“ - das Mann-wieder-an-Bord - Manöver
Wie wieder aufs Schiff zurück, wenn Mann-über-Bord?
Das Horror-Szenario kann nur zu schnell erschreckende Wahrheit werden: Mann über Bord! Beim schönsten Kaiserwetter kann es ebenso passieren wie beim harten Sturm. In jedem Fall geschieht es urplötzlich und ohne Vorwarnung. Blitzschnelles Überdenken der Situation und sofortiges Handeln sind angesagt.
Je nach Yacht, Crew, Wetterbedingungen, und natürlich je nach Zustand des Havaristen kommen verschiedene Bergungsmöglichkeiten in Frage.

Das Wichtigste ist, dass man den Über-Bord-Gefallenen nicht aus den Augen verliert! Nur zu schnell segelt die Yacht mehrere Schiffslängen weiter, bis das Malheur realisiert, und dann ein Manöver eingeleitet ist. Schon nach wenigen Augenblicken ist der kleine Menschenkopf auch in nur mäßiger Welle nicht mehr zu sehen. Also: Immer mit einem Auge den Mann/Frau im Wasser beobachten.
Dann kommt das Zweit-Wichtigste: Die MOB-Taste am GPS-Gerät drücken, um die genaue Position festzuhalten.
Das Dritte schließlich ist: Eine Verbindung zwischen Boot und Schwimmer herstellen, damit er nicht abtreibt und außer Sicht gerät. Wenn der Havarist bei Bewusstsein ist oder nur mäßig verletzt, dann wird er eigenständig eine zugeworfene Leine fangen können, und sich mit einem Palstek, den er in seiner Panik hoffentlich noch knüpfen kann, selbst sichern. Ist er dagegen ohne Bewusstsein, dann wird es schwierig.
In vielen Lehrbüchern werden Mann-über-Bord-Manöver beschrieben, bei denen versucht werden soll, die Yacht längsseits neben dem Havaristen zum Stehen zu bekommen. Ausdrücke wie „Nahezu-Aufschießer“, „Aufnehmen in Luv oder in Lee“ und „Mann gefasst“ sind Führerschein-Absolventen sicherlich noch im Ohr. Gebräuchlich sind die Q-Wende und das Münchner Manöver, das auch Quick-Stopp genannt wird.
Bei all diesen Manövern hat man stillschweigend einige Dinge vorausgesetzt: Es befinden sich noch mindestens 2 Crewmitglieder an Bord (ein Rudergänger und ein „Aufnehmer“) - das Manöver klappt (möglichst) beim ersten Mal - die Yacht verbleibt so lange neben dem Havaristen, dass der Vorschiffsmann diesen zumindest fassen und sichern kann. In der Praxis sind oft nur zwei Personen, oft ein Paar, an Bord beim Segeln, das Annäherungsmanöver klappt nicht, die Yacht stoppt zu weit weg vom Havaristen und treibt sofort wieder ab. Es kann somit keine Verbindung hergestellt werden und das Manöver muss komplett wiederholt werden. Als zusätzliche Schwierigkeit kommt die hohe Bordwand noch hinzu: Der Schwimmer kann sich selbsttätig nirgends festhalten und der Retter muss immer mit einer Verlängerung, sprich mit Bootshaken oder Leine, versuchen zu arbeiten. Wie man sich vorstellen kann: Es bleibt spannend...
Und ist dann glücklicher Weise endlich eine Sicherungsverbindung hergestellt, stellt sich immer noch die Frage: Wie kommt der Über-Bord-Gegangene zurück an Deck?
Der Zubehörhandel bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Bergesysteme an: Rettungsnetze, Sprossensysteme, Bergeschlingen und -segel, Taljen und Winden, um auch einen schweren Mann mit vollgesogener nasser Kleidung heben zu können, Tuchsysteme, in die der Havarist einschwimmen kann, etc. Auch hier ist immer die Schwierigkeit, dass ein einzelnes Crewmitglied sicherlich nicht problemlos Boot und Bergung gleichzeitig bewerkstelligen kann.

Hier nun eine neue Version des Mann-wieder-an-Bord-Manövers, das auch von einer Person meist angewandt werden kann: Der Back-Lift, der besonders bei Motorfahrt gut eingesetzt werden kann.
Dabei wird der Havarist nicht längsseits der Bordwand, sondern am Heck der Yacht aufgenommen! Die Yacht wird hierbei mit der Maschine rückwärts, also mit dem Heck voraus, und gegen den Wind an die im Wasser befindliche Person herangefahren. Der Rudergänger sieht von seiner Position ganz genau wohin und wie weit er rangieren muss, ohne, dass ein Vorschiffsmann ihn einweist. Er braucht auch keine Angst zu haben, dass der Schwimmer bei einer Segelyacht mit den Beinen in die Schraube kommen könnte, denn ein ganzes Stück vorderhalb der Heckkante befindet sich das oft recht breite Ruderblatt, das den noch viel weiter vorn liegenden Propeller recht wirksam abdeckt. Bei größeren Yachten kann der Abstand vom Heck bis zum Propeller bis zu zwei Meter betragen – da muss man schon unter die Yacht tauchen, um auch nur in die Nähe des Prop zu gelangen. Bei Motoryachten, die den Antrieb direkt am Heck haben, ist dagegen größte Vorsicht geboten! Wer vorsichtig und langsam an den Havaristen manövriert kann sich mit Motorkraft sehr gefühlvoll herantasten und Abstand halten, was bei der Längsseitsmethode mangels direkter Sicht schier unmöglich ist.

Von der Badeplattform am Heck ist es für den Helfer leicht den Schwimmer mit der Hand und ohne Hilfsmittel zu greifen, ihm eine Rettungsleine umzulegen, und ihn an Bord zu bekommen. Falls nötig, kann eine Leine, auch eine Fockschot, wenn sie denn lang genug ist, als Bergungsleine dienen. Man kann sie über eine Fockwinsch legen und so auch eine schwere Person aus dem Wasser bekommen. Zugegeben, das ist vielleicht nicht die schonendste Möglichkeit zum Herausziehen des Havaristen, aber es ist immerhin eine Version, die schnell und von nur einer Person unternommen werden kann – ohne erst in Backskisten nach geeignetem Leinenmaterial zu fahnden. Eventuell kann diese Bergeleine noch über die Nock des Großbaumes geführt werden, so dass ein regelrechter Kranausleger entsteht und der Havarist fast senkrecht aus dem Wasser gehoben wird.

Gute Gründe, den Back-Lift mal im Training auszuprobieren:
v Von einer einzigen Person an Bord anwendbar.
v Besonders bei Motorfahrt einsetzbar.
v Sehr viele der modernen Yachten verfügen über eine niedrige Badeplattform am Heck, von der aus der Retter dem Schwimmer sogar die Hand reichen kann.
v Keine Hilfsmittel wir Bootshaken etc. notwendig, um den Havaristen zu fassen.
v Eine Badeleiter wird wohl an jeder Yacht vorhanden sein, so dass ein noch aktiver Über-Bord-Gegangener aus eigener Kraft wieder auf das Schiff zurückkrabbeln kann.
v Bei leichten bis mittleren Winden können sogar die Segel in beliebiger Segelstellung gesetzt bleiben, denn moderne Yachten sind meist so stark motorisiert, dass sie ein Boot mitsamt Segeln bis zu einer bestimmten Windstärke sogar gegenan bewegen können.
v In dieser Position – Heck gegen den Wind – lässt sich eine Yacht problemlos auf der Stelle halten, was mit Bug im Wind nicht möglich ist.
Es gibt leider kein Allheilmittel, kein Standardmanöver, das immer funktioniert, um einen über-Bord-Gegangenen wieder zurück an Deck zu bekommen aber das hier vorgestellte „Mann-wieder-an-Bord-Manöver“, der Back-Lift - individuell an Yacht, Crew und Situation angepasst - erscheint als eine auch für kleine Crew recht sichere und praktikable Methode.
Schließlich noch ein Gedanke zur Namensgebung: „Mann-über-Bord-Manöver“... Verhält sich das analog zu Kopfschmerztabletten? Bei Anwendung beginnt der Schmerz? Fliegt also beim MOB einer über Bord...???
Der Autor:
Hans Mühlbauer ist Inhaber der Charter-, Mitsegel- und Incentive-Agentur DMC-Reisen, und hat in Mittelmeer und Übersee auf dem eigenen Hochsee-Katamaran und auf diversen anderen Yachten mehr als 100.000 Meilen gesegelt. Als Journalist, Autor und Filmemacher schreibt er regelmäßig für Bootshandel, publiziert Bücher, Fachartikel und Videos auf DVD und für TV. Er kennt viele weltweite Reviere wie seine Westentasche.
Weitere Infos bei:
Hans Mühlbauer
Keltenstr. 30a – 86316 Friedberg
0821-71 11 -24
Handtuch fliegt nicht von der Reling
Manche Skipper mögen es ja überhaupt nicht, wenn Handtücher zur Trocknen an der Reling hängen: Es sieht angeblich nach unaufgeräumt und schlampig aus.
Aber irgendwo müssen sie hin zum Trocknen, denn unter Deck benötigen sie unendlich viel Zeit bis sie trocken sind. Da ist er beste Platz die Reling. Wie an einer Wäscheleine schwingen die Tücher im Wind. Sie sind schnell trocken und, ganz wichtig: Bei Törns in südlichen Gefilden wird oft tagsüber mal vom Boot aus ins Wasser gesprungen zum Schwimmen, und da ist ein Handtuch in Griffnähe sehr praktisch.
Aber natürlich darf es nicht davonfliegen bei der ersten Bö. Deshalb werden je nach Größe des Handtuchs 2 bis 3 Wäscheklammern von oben über den Relingsdraht aufgesetzt.
Bei mehr Wind kann man zusätzlich noch seitlich je eine Klammer in das Handtuch stecken. Dann bleibt das so wichtige Utensil da wo es sein soll.
Diktiergerät zum Führen des Logbuchs
Das Schiffstagebuch stellt nicht nur ein wichtiges Beweisstück bei einem Unfall auf See dar, sondern es dient auch als Nachschlagewerk und "Lesebuch" in späteren Jahren. Natürlich gehören die für Navigation und Seemannschaft wichtigen Eintragungen hinein, aber zum spannenden Lesestoff wird das Logbuch erst, wenn auch all die kleineren und größeren sonstigen Vorkommnisse - positive wie negative - mit aufgenommen werden.
Aber es ist nicht immer einfach das Logbuch so ausführlich zu schreiben, damit daraus eine interessante Lektüre wird, denn das Schlingern des Bootes im Seegang hält manchen Skipper davon ab sich unter Deck zu begeben und am tanzenden Kartentisch launige Worte zu Papier zu bringen.
Ein kleines Diktiergerät passt in jede Jackentasche und ist immer zur Hand. Hier lassen sich die Tageserlebnisse schnell und einfach festhalten. Egal, ob bei starkem Wind auf See oder bei der Fahrradtour über die Insel, das Diktiergerät kann nit einer Hand bedient werden und speichert die Highlights unmittelbar nach dem Erleben. Und in einer ruhigen Stunde kann der Skipper, gemütlich im Cockpit oder im heimischen Lehnstuhl sitzend, das Vergangene nochmal aufleben lassen und sein persönliches Logbuch mit eingeklebten Fotos und natürlich mit den niedergeschriebenen Texten bereichern.
Ein- und Aussteigen beim Dingi
Gerade weniger geübte Mitsegler bekommen zuweilen echte Probleme, wenn die Crew zum Landgang mit dem Dingi übersetzten muß. Allein das Umsteigen von der Yacht in das kleine Beiboot erzeugt manchmal Schweißperlen.
Dabei kann eigentlich nicht viel passieren! Im schlimmsten Fall fällt eine/r ins Wasser und wird naß. Grade das soll unter allen Umständen vermieden werden.
Bei wenig Welle gestaltet sich das Manöver in der Regel recht leicht: Der Tender wird an das Yachtheck heran gezogen und die Crew steigt einzelln vom Schiff ins Boot. Dabei ist es leichter, wenn eine tiefliegende Badeplattform vorhanden ist. Nur an einer Badeleiter den Yachtspiegel herunter zu klettern ist schwieriger.
Interessant wird das Manöver bei Wind und Welle! Nicht nur das Beibötchen tanzt auf und ab, sondern auch die Yacht zerrt am Anker und bewegt sich im Wellengang. Hier kann schon mal ein Fehltritt vorkommen. Viel mehr Standfestigkeit für die Crew ergibt sich, wenn das Dingi am Heck des Schiffes längsseits gezurrt wird. Es kann dann nicht unter das Yachtheck gedrückt werden.
Von der Badeplattform aus kann man sich mit einem großen Schritt seitwärts in das Beiboot verholen. Mit Blick nach vorn können sich die Hände zum Beispiel an der Heckreling festhalten und das Manöver sehr sicher gestalten. Im Boot angekommen heißt es Hinsetzen und für den nächsten Platz machen.
Falls nötig läßt sich das Beiboot mit einer zweiten - Heckleine - an der Yacht stabilisieren. Das Umsteigen zurück an Bord verläuft genau so einfach.
Der Oben-Ohne-Kanister
Die Segler in den nördlichen Gefilden machen es oft vor: Statt "römisch-katholisch", also rückwärts mit dem Heck zur Pier einzurangieren, fahren sie einfach vorwärts zum Anlegen und werfen den Heckanker.
Die Nachteile dieser Methode sind, dass der Heckanker meist leichter ist als der Buganker und somit weniger Haltekraft hat, dass der Heckanker über Hand statt mit einer Ankerwinsch eingeholt werden muß, und dass über den Bugkor beim Aus- und Einsteigen geklettert werden muß.
Der große Vorteil dieses Anlegers ist, dass der Rudergänger selbst die Ankertrosse kontrollieren kann. Nur, wo soll das sperrige Ding von Heckanker beim Segeln gestaut werden? Packt man es in die Backskiste, dann kommen immer jede Menge Dreck und Feuchtigkeit mit hinein und die Handhabung ist umständlich.
Eine klasse Idee finde ich einen aufgeschnittenen Wasserkanister am Heckkorb zu gefestigen und das Ankergeschirr darin zu verstauen. Wenn man den Behälter außenbords installiert und ein paar Drainagelöcher in den Boden bohrt, dann laufen eingesammeltes Wasser und mitgebrachter Hafendreck einfach außenbords.
Für das Ankergeschirr eignen sich am besten ein nicht zu leichter Plattenanker, wenigstens 5 Meter schwere Kette als Kettenvorlauf und anschließend mindestens 30 Meter Ankertrosse. Eine Ankerleine mit eingearbeiteter Bleischnur ist von Vorteil. Ein Gurtband, das auf eine Trommel aufgewickelt wird, ist ebenfalls sehr bruchfest, allerdings in der Handhabung nicht so angenehm wie eine runde Leine. Anker, Kette und Leine sollten in diesem Kanister Platz finden. .....und: Das Ende der Ankerleine muß immer irgendwo am Schiff stabil befestigt sein!
Wenn der Kanister nach intensivem Gebrauch unansehnlich geworden ist, dann kann beim nächsten Yachtausrüster für wenig Geld ein neues Ankerbehältnis besorgt werden.
Heiß-Auf mit Elektropower!
Gerade die kleine Crew müht sich oft mit dem Setzten des Großsegels.
Nicht selten bleibt dieses Segel brav aufgetucht auf dem
Großbaum, weil sich die Mannschaft die Mühe nicht machen möchte den
großen Lappen hoch zu ziehen.
Auf manchen Yachten läßt es sich einrichten, daß man das Großsegel
mit Hilfe der Ankerwinsch setzt! Entweder läßt sich das Großfall
gleich direkt um das Ankerspill wickeln, oder eine an geeigneter
Stelle angebrachte Umlenkrolle führt das Fall zur Winsch.
Eine Winde mit horizontalem Spillkopf ist gegenüber einer
Ankerwinsch in vertikaler Konstruktion etwas im Vorteil, denn die
Zuführung des Falls ist meist einfacher.
Aber bei geschickter Positionierung des Blockes zur Umlenkung der Leine läßt sich praktisch jedes Großsegel mit Hilfe der elektrischen Ankerwinsch setzen.
Großsegel verklemmt
Viele der Charteryachten, die im Mittelmeer in Dienst gestellt werden, verfügen über Segel-Rollanlagen. So praktisch diese Apparate auch sind - sie können schnell Probleme bereiten, meist genau dann, wenn man sie überhaupt nicht brauchen kann.
Die Roll-Großsegel werden regelmäßig in den Mast gerollt - in ein enges Verlies, in das sich das Segeltuch quetschen muss. Wenn der Großbaum während des Wegrollens mit der Dirk oder dem Kicker nicht genau waagerecht gehalten wird, und wenn das Tuch zu sehr killt, dann ist schon vorprogrammiert, dass eine Falte im Segel die ganze Rollanlage blockiert - und nichts mehr geht. Bei auffrischendem Wind kann diese Situation schnell extrem gefährlich werden.
Zum Klarieren hilft kein noch so hartes Zerren an den Bedienleinen. Manche versuchen das Segel mit Gewalt mittels einer Winsch raus oder rein zu kriegen, aber das verschlimmert die Panne nur noch und kann zum Bruch führen - oder das Tuch sitzt so fest im Mast, dass es nur noch mit dem Messer herausgeschnitten werden kann. Ein Mann im Mast kann sich der Falte, die sich meist oben am Segel bildet, annehmen und das Segeltuch Zentimeter um Zentimeter aus der Einführungsnut herausziehen, wenn gleichzeitig behutsam an den Bedienleinen gezogen wird.
Auch die Rollerleine der Rollfock kann sich vertörnen, wenn sich Überläufer in der Trommel bilden. Man kann dies wirkungsvoll vermeiden, wenn man die Rollerleine beim Setzen der Fock auf leichter Spannung hält, so dass sich die Leine stramm und gleichmäßig in die Trommel wickelt.
Meer Tipps & Tricks von Hans Mühlbauer: http://www.dmcreisen.de/skippertipps.html
und in seinen Büchern und DVD´s: http://www.dmcreisen.de/buecher.html
In den Mast mit KLetterknoten
Der Prusikknoten wurde von Dr. Karl Prusik, einem Wiener Musiklehrer im Jahre 1931 erfunden. Der Prusik wird von Bergsteigern, Höhlenforschern und Pfadfindern verwendet, um an einem herabhängenden Seil eigenständig in die Höhe klettern zu können.
Im unbelasteten Zustand lässt sich der Knoten leicht schieben, bei Belastung bekneift er sich zuverlässig. Auch Segler müssen mal „Bergsteigen“, wenn sie hoch in den Mast müssen. Die bequeme Version ist sich mit dem Bootsmannsstuhl von der Crew hochwinschen zu lassen. Mit einer einzigen Prusikschlinge kann man den Winschenmann sehr entlasten.
Mit zwei solcher Prusikschlingen kann man sogar selbstständig an einem Fall in den Mast klettern. Geknotet wird diese Schlinge aus einem etwa zwei Meter langen Tampen, der deutlich dünner als das Aufstiegsfall sein sollte, damit sich er Knoten auch gut bekneift. Die Enden werden z.b. mit einem Kreuzknoten sicher verknotet, so dass eine Schlinge entsteht. Daraus wird nun der Prusikknoten um das Fall geknotet und es kann hochgehen. Der Maststeiger setzt sich in den Bootsmannsstuhl, der an einem Fall befestigt ist und schiebt den Prusik am zweiten, dem Kletterfall hoch. Dann steigt er mit einem Fuß in die Schlinge und steht praktisch im und mit dem Bootsmannsstuhl auf. Jetzt kann der Winschenmann das loste Stück aus dem Fall ziehen und das Spiel beginnt von Neuem: Prusik hochschieben, darin aufstehen und das Fall mit dem Bootsmannsstuhl dran nachholen.
Fortgeschrittene Maststeiger können mit zwei Prusikschlingen, die abwechselnd entlastet nach oben geschoben und dann mit dem Körpergewicht belastet werden, bis ins Masttop aufsteigen – Kletterer können hiermit sogar aus einer Gletscherspalte heraus steigen!
Wichtig: Immer mit einem zweiten Fall sichern lassen!
Wer sich für weitere etwa 100 Knoten interessiert wird hier fündig: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Knoten Wer sich etwa 2000 Knoten ansehen und/oder sogar erlernen möchte kann im Standardwerk der Knoten schmökern: Clifford Ashley – Book of Knots.
Meer Skippertipps und Tricks von Hans Mühlbauer gibt es hier: http://www.dmcreisen.de/skippertipps.html
Luken zu während der Dämmerung
Abends, zurück an Bord, nach dem Besuch der gemütlichen Taverne, gibt es nicht schöneres als sich in die gemütliche Koje zu kuscheln und sanft zu entschlummern.Ungemütlich wird es allerdings, wenn der abendliche Tau in die Plünnen gekrochen ist und sich das Bettzeug unangenehm klamm anfühlt.
Das kommt daher, daß sich gegen Abend die aufgeheizte Luft abkühlt und die darin enthaltene Feuchtigkeit z.B. in Form von Abendwolken ausfällt. Auch an Bord schlägt sich diese Feuchtigkeit auf dem Deck als Tau nieder. Wenn die Dachluken nicht vor Beginn dieses Effektes geschlossen wurden, dann bekommen auch die darunter liegenden Kojen ihre Portion kondensierten Wasserdampf ab.
Darum: Vor dem Weggehen zum Abendessen besonders die Dachluken schließen und die Bettdecke bleibt schön trocken.
Aufrollbares Sonnensegel
Im Sommer ist ein wirksamer Sonnenschutz unentbehrlich für das
Wohfühlen an Bord. Stabile Bimini-Tops, die auch beim Segeln an
ihrem Platz bleiben können und auch unterwegs Schatten spenden,
gibt es inzwichen auf vielen Yachten.
Fahrtensegler, die längere Zeit an einem Ankerplatz oder in einem
Hafen verweilen, riggen auch über dem Salonaufbau ein Sonnensegel,
um die Räume unter Deck so kühl als möglich zu halten. Jetzt
verfügen viele Großsegel über Lazy-Jacks, so dass eine große
Segelplane, wie wir sie früher einfach über den Großbaum gelegt und
an der Reling festgezurrt hatten, nicht mehr aufgespannt werden
kann - die Leinen der Lazy-Jacks verhindern dies.
Findige Leute lassen sich zwei kleinere Sonnensegel anfertigen, die
jeweils an den Seiten des Großbaumes angeschlagen werden und
seitlich zur Reling gespannt werden.
Um sich das umständliche tägliche Auf- und Abbauen zu vereinfachen
wird dieses Sonnensegel einfach zum Baum hin aufgerollt und
mit einem Reißverschluß in eine rohrförmige Tasche aufgeräumt. Wer
keinen Reißverschluß mag kann sich mit kurzen Gummistropps
erfolgreich behelfen.
Der Bullenstander - endlos
Wer mag schon gerne bei schwerem Wetter nach vorne turnen, dort an der Bugklampe den "Bulli" belegen und sich dabei naßschütten lassen?! Von der Gefährdung des Vorschiffsmannes ganz zu schweigen!
Die sinnvolle Alternative ist der "endlose Bullenstander", den ich bei allen von mir gesegelten Yachten einsetzen konnte.
Eine kräftige Leine, etwa zwei Bootslängen lang und ohne Knoten, wird dazu benötigt.
Man beginnt mit dem einem Ende, das wie üblich an der Baumnock des Großbaumes angeknotet wird. Das freie Ende wird außen um die Wanten herum nach vorne zur Bugklampe geführt, dort aber nicht belegt, sondern nur unten durchgesteckt. Auch unter der zweiten Bugklampe (so vorhanden) wird die Leine durchgeschoben. Auf der anderen Bootsseite geht es wiederum außen um die Wanten herum zur Baumnock zurück. Hier wird auch dieses Ende angeknotet. Eleganterweise läßt sich im Vorschiffsbereich auch ein einfacher Block zum Umlenken des endlosen Bullenstanders montieren.
Jetzt kann der Bulli vom Cockpit aus auf der jeweiligen Luvseite dichtgeholt und an einer Hechklampe zum Beispiel belegt werden - keiner braucht mehr auf das Vorschiff zu klettern.
Vor einer Halse wird der endlose Bullenstander losgeworfen, dann wird das Manöver wie gewohnt gefahren, und auf der neuen Luvseite wird er erneut festgesetzt - fertig.
Saubere Bilge mit Spülmittel
Irgendwie kommt ja immer wieder Dreck jeder Art in die Bilge unserer Boote: Brösel, Haare, Staub, Kondenswasser, bei manchen älteren Booten auch das Abwasser aus der Dusche, und manchmal auch etwas Motoröl oder gar Diesel.
Diese bunte Mischung verteilt sich natürlich bis in die hintersten Ecken unseres Schiffskellers und entzieht sich somit zumindest teilweise jeglicher Entfernung durch Schwamm oder Putzlappen. Unter Deck stellt sich ein etwas muffiger Geruch ein. Wenn auch noch Diesel dem Bilgengebräu beigemischt wird, dann erfreuen die Mitsegler den Skipper dadurch, wenn sie sich nach reichlicher Inhalation dieses Geruchs vermehrt das Essen nochmals durch den Kopf gehen lassen - ihnen wird schlecht.
Eine schnell wirkende, und gerade auch auf Charterschiffen zum Törnbeginn gerne benutzte Methode ist, daß man an den zugänglichen Stellen der Bilge jeweils einen guten Spritzer normales Geschirrspülmittel hineingibt, gefolgt von einem Eimer Süßwasser. Jetzt kann die Crew auslaufen und einen Törn mit möglichst nicht zuviel Krängung unternehmen, damit die Brühe nicht bis in die Kleiderschranke läuft. Das Spülwasser wird sich währenddessen verteilen, durch die Schiffsbewegungen überall hinkommen und wenigstens den meisten Schmutz lösen. Nach einigen Stunden Einwirkzeit und zurück im Hafen wird das Bilgenwasser in einen untergehaltenen Eimer oder ein ähnliches Behältnis abgepumpt und ordentlich entsorgt, gerade bei Öl- oder Dieselbeimengung.
Wird die Bilge jetzt, soweit zugänglich, noch mit einem Lappen kurz nachgewischt, dann wird die Zitronenfrische des Spülmittels für angenehmen Duft unter Deck sorgen.
Tüdelband als Gaspedal
Das kann immer mal passieren: Die Yacht läuft in einen Hafen ein, der Rudergänger hat grade die Maschine gestartet, um mit Maschinenkraft einzulaufen, aber plötzlich geht nichts mehr! Das Gaspedal zeigt keine Wirkung mehr!
Was ist passiert? Der Gaszug, der die Wünsche des Rudergängers an den Motor übertragen soll, ist gebrochen. Meist ereignet sich dies im ungünstigsten Augenblick: Wenns eng wird.
Man kann sich behelfen indem ein Crewmitglied blitzschnell unter Deck springt, den Motorraum öffnet und per Hand den Gashebel bedient, falls er bei dem Motorenlärm die Befehle des Skippers überhaupt hört. Äußerste Vorsicht ist hierbei geboten, dass sich nicht die Kleidung oder gar der Arm des Mitseglers in bewegten Maschinenteilen, zum Beispiel dem Keilriemen verfangen.
Eine simple dünne Leine kann relativ komfortabel aus der Misere helfen: Das Tüdelband wird am Ende des Gaszuges am Motos angeknotet und dann aus dem Motorraum heraus, hoch an Deck und zum Ruderstand umgeleitet. Jetzt kann der Rudergänger wieder Gas geben. Wer es noch komfortabler und feinfühliger mag bastelt sich beispielsweise aus einer Schraubzwinge und einer kurzen Leiste, die in der Nähe des Steuerstandes befestigt wird, eine Art Gashebel, an dem die dünne Leine angeknotet wird. Wenn die Leinenlänge richtig eingestellt ist kann der Rudergänger recht gefühlvoll die Motor-Drehzahl manipulieren und so sein Manöver problemlos zu Ende bringen.
Zur Vorsorge kann sich der Skipper solch eine Sorgleine, vielleicht mit einem Schäkel zum schnellen Anschlagen am Motor, schon mal vorbereiten, so dass er am Falle eines Falles schnell und gezielt eingreifen kann.
Nette Books!
Was die kleinen Netbooks und andere Computer an Bord leisten
Jeden Morgen am Flughafen ist es offensichtlich: Man/n reist nicht mehr ohne „Schlepptop“. Praktisch jeder Reisender trägt einen Rechner mit sich herum. Und das inzwischen auch im Segel-Urlaub. Schier keine Eigner- oder Charteryacht ohne irgendeine Form von Rechner an Bord – und wenn es nur ein GPS-Gerätchen ist. Viel mehr kann Man/n natürlich mit einem richtigen Computer machen: Navigation, Logbuch, Wetter, Fotos, Heimkino, Emails, Internet – und die so wichtige Verbindung zur Firma... Was die kleineren und größeren Bordrechner leisten können, wollen wir hier ein wenig beleuchten.
Schick sind sie ja, die handlichen und leichten Netbooks mit ihren 10-Zoll-Bildschirmchen. Sie passen locker ins Handgepäck und können an Bord leicht verstaut werden. Schon ab unter 200 € kann man sie kaufen. Manche, wie der Eee PC von ASUS für runde 350 € schaffen dank sparsamster Prozessoren und Schaltungen bis zu 10 Stunden Laufzeit, was diesen Mini-PC als schnurlose Navigationshilfe im Cockpit auch für einen langen Segeltag prädestiniert Der Navigator muss nicht mehr in seiner sonnenlosen Naviecke sitzen sondern kann seinen Job oben an der Sonne erledigen, wenn da nicht eben diese wäre, die mit grenzenloser Helligkeit so manchen Screen doch etwas erblassen lässt, meist ist es aber doch noch heller als ein normales Notebook. Wer nun das Display heller dreht wird dies mit höherem Strombedarf, also kürzerer Akku-Laufzeit erkaufen, oder mit höherem Kaufpreis. Beispiel: Das äußerst robuste und vielseitige Panasonic Touchbook kann auch im hellsten Sonnenlicht prima abgelesen werden (Bootshandel berichtete in Ausgabe _____ /2009), kostet dafür leider mehr als zweieinhalb Riesen. Alternativ gibt es das iCap - www.icap-shop.de - das für etwa 55 € als sonnen- und spritzwasser-schützendes Zelt für das Notebook dient – oder man bastelt sich selber aus z.B. einem ausgedienten Leitzordner ein Schattendach für den Rechner.
Eine dunkle Tastatur wie beim Eee PC wirkt in heller Umgebung angenehm auf die Augen und blendet nicht – dafür besticht das weiße Keyboard des brandneuen VAIO VPCM1E/W -Testgerätes von Sony, wenn die Lichtverhältnisse ungünstig dunkel sind: Auch dann kann man die Tasten noch gut erkennen. Das Sony-Teil kommt demnächst für unter 350 € auf den Fachhandel – Details über das formschöne Netbook kann man hier erfahren: www.sony.de/product/vn-w-series .
Die Prozessoren der Netbooks sind wegen der Stromsparmöglichkeiten meist nicht ganz so fix wie im heimischen PC, aber für die bordüblichen Aufgaben durchaus schnell genug. Mit Anschlüssen wird auch nicht gegeizt: Mehrere USB´s, externer Monitor, Audio-In und –Out sind Standard, ebenso WLAN und Bluetooth. Manche Netbooks haben ein UMTS-Modul bereits integriert, so dass nur noch eine Sim-Karte eingesteckt werden muss und das drahtlose Surfen im Netz kann losgehen.
Mit einer (drahtlosen) Maus erhöht sich der Bedienungskomfort erheblich, denn trotz der sensiblen Touchpads hantiert es sich mit einer Maus oft besser. Die kleinen 9-11 Zoll großen bzw. kleinen Displays sind gewöhnungsbedürftig. Wer am Schreibtisch einen oder gar zwei großflächige Monitore gewöhnt ist wird sich anfangs mit den mit meist nur 1024 x 600 Pixeln aufgelösten Breitbild-Anzeigen schwer tun. Wenn man nicht zu viele Fenster gleichzeitig öffnet und diese sinnvoll hintereinander arrangiert, klappts auch mit den PC-Zwergen.
Die eingebauten Lautsprecher werden für einen Kinoabend im Salon im Kreise der Crew mangels Lautstärke und Sound nicht ausreichen – Kinosound lässt sich in den kleinen Gehäusen halt nicht realisieren.
Um eine neue Software auf diesen DVD-losen Rechnern zu installieren bedarf es entweder eines externen Disk-Laufwerks, einer externen Festplatte, eines USB-Sticks, auf denen die benötigten Programme zuvor via heimischem PC kopiert wurden, oder einer Internet- und/oder Netzwerkverbindung. Nur dann kann Software auf die reichlich großen Festplatten der Netbooks aufgespielt werden.
Dank der Anschlussmöglichkeiten können zusätzliche Geräte für die Bordaufgaben angestöpselt werden, und sie werden dank Plug&Play schnell erkannt. Ein UMTS-Stick ermöglicht den Internetzugang über das Mobilfunknetz (Achtung Roamingkosten im Ausland!) – eine GPS-Maus bringt Positionsdaten ins Spiel – ein NAVTEX-Empfänger holt Wetterdaten per Langwellenfunk in den Rechner. Aber nun hat man einen kleinen Oktopus gebastelt: Jedes der Zusatzgeräte ragt entweder aus dem Netbook heraus oder hängt an einem Kabel, was den mobilen Einsatz, auf den Knien und im Cockpit, nun doch wieder einschränkt. Ein fester Platz am Kartentisch oder im Cockpit ist deshalb anzuraten.
Eine Gummischnur kann ein Notebook bis zu einer gewissen Krängung schon am Tisch halten, besonders auf Katamaranen klappt dies prima – bei größerer Schräglage sollte man sich eine stabile Halterung bauen, das Notebook wegpacken, oder als Bootseigner:
Sich einen Rechner fest an Bord einbauen - einen All-in-One-PC wie den „Shuttle X50“ von www.shuttle.eu/de , der ab ca. 400 € zu haben ist. Hier vereint das Gehäuse einen 15,6 Zoll großen Touchscreen(!) und einen kompletten PC, so dass nur noch das Stromkabel angeschlossen werden muss. Dieser Rechner kommt ohne Lüfter aus, so dass nicht ständig salz-feuchte Meeresluft über die Platinen streicht, was eine Oxidation wohl hemmen und somit die Lebensdauer verlängern kann. Der Shuttle ist so flach, dass er in einen Kartentisch fest eingebaut werden kann, oder senkrecht in eine Salonwand. Das sieht schick aus, das teure Teil kann nicht herumfliegen, der Navigator kann quasi im Vorbeigehen am Touchscreen seine Arbeit erledigen, und für den Fernsehabend muss nichts aufgebaut werden. Wer längere Texte schreiben möchte kann natürlich Tastatur, Maus und sonstige Peripherie an den verdeckten Buchsen anschließen, aber für Aufgaben wie Navigation, Wettercheck etc. kann dies direkt am und mit dem Bildschirm getan werden.
Das „Semi-ruggedized“-Notebook Terra Mobile 1430 trumpft auf mit spritzwassergeschützten Anschlüssen, Tastatur und Touchpad, und mit den Optionen, dass sowohl ein GPS-Modul als auch ein UMTS-Gerät fest in das Gehäuse integriert werden können, so dass externe Gerätchen samt deren störende Kabel unnötig sind. Das 14-Zoll große Nonglare-Display ist auch an Deck prima ablesbar, das Gehäuse samt „Innereien“ ist nach Militärstandard stabil und robust gebaut. Hierfür sind bei www.wortmann.de etwa 1300 € zu berappen.
Viele der am Markt befindlichen Navigationsprogramme – wir testeten NaviChart - www.navichart.com – erlauben die Einblendung der Positionsdaten eines internen oder externen GPS-Empfängers und die Kartenüberlagerung von Wetterdaten als Grib-Dateien, so dass auf einem einzigen Bildschirm alle relevanten Navigationsdaten zu sehen sind.
Auch ein Logbuch in elektronischer Form ist sinnvolll und praktisch. Ausprobiert: TripCon - www.TripCon.de – ist ein umfangreiches Programm, das die gefahrenen Kurse und Routen automatisch aufzeichnet, GPS-Daten, NAVTEX- und andere Wetterinformationen hinzufügt, ja sogar zu programmierbaren Zeiten oder Ereignissen automatisch Fotos von einer Webcam mit abspeichert. Der Skipper kann diverse Zusatzinfos eingeben, Texte schreiben, Audiokommentare aufzeichnen, Videos hinzufügen und all das via Upload den interessierten Internet-Seglern zugänglich machen. Die gesegelte Route, samt aller Zusatzinfos, kann in den Maps von Google mit-erlebbar und nachvollziehbar gemacht werden.
Natürlich kann Man/n sein „normales“ Notebook mit an Bord nehmen, es wird seinen Job erfüllen, wenn man es mit den entsprechenden Programmen füttert. Aber die Vorteile der kleinen und leichten Netbooks zum unschlagbaren Preis, eines Einbau-PC´s, oder eines besonders robusten Spezial-Notebooks sind eine Kaufüberlegung wert.
Hans Mühlbauer für das Magazin Bootshandel
Lange Landfesten ausbringen
Manche Ankerbuchten sind so klein oder so viel besucht, dass nicht alle Yachten frei an ihren ankern schwojen können - der Raum dazu ist zu begrenzt. Deshalb legen sich die Yachten dann vor Buganker und bringen ein oder zwei lange Landfesten zu Bäumen oder Felsblöcken am Ufer aus.
Damit dies gelingt können zwei verschiedene Manöver angewandt werden:
1. Mit dem Beiboot. Die Yacht geht vor der gewünschten Liegeposition vor Buganker und rangiert vorsichtig rückwärts an das Ufer heran. Vorher wurde das Dingi ausgebracht und ist nun in Standby-Position. Die luvwärtige Landleine wird in jedem Fall zuerst ausgebracht. Wenn die Entfernung zum Ufer nicht zu groß ist kann die lange Leine an Bord belegt werden und die Beibootcrew schleppt das andere Ende mit Paddeln oder Außenborder zu einem Punkt in Luv und macht es dort fest. Anschließend wird die Leeleine ausgebracht und die Yacht liegt komfortabel, platzsparend und fest.
2. Mit einem "Kampfschwimmer": Die Landleinen werden, wie auch bei der Dingivariante, vorab ohne wuhling an Deck ausgelegt. Das Ende für den Schwimmer bekommt eine kleine Palstekschlinge, die er sich über den Arm legen kann. dann hat er beide Hände frei zum Schwimmen und an Land klettern. Auf Skipperkommando springt er ins Wasser und belegt die Achterleine an Land. Die Palstekschlinge hilft dabei, um schnell eine große und sich zuziehende Schlinge um einen Felsblock zu schnüren.
In jedem Fall müssen die Landleinen gut vorbereitet sein, denn ein Knoten bringt das Manöver schnell zum scheitern. Ferner soll die Yacht mit eingelegtem Rückwärtsgang an der gespannten Ankerkette gehalten werden. Geschieht dies nicht dann zieht das Gewicht der kette den Rumpf vom Ufer weg und Dingi wie Kampfschwimmer müssen einen langen Weg samt immer längerer Leine zurücklegen. Bei der Beibootvariante ist unbedingt darauf zu achten, dass der Propeller des Außenborders keine Grundberührung hat, was ein Abscheren des Sicherungs-Scherstiftes oder eine Beschädigung des Propellers zur Folge hat. Auch kann ein Touchieren mit scharfkantigen Steinen das Dingi schwer beschädigen.
Die "Kampfschwimmer-Version" ist die schnellere und sicherere Variante.
Diebstahlbremse: Seitenluken schließen!
Wenn die Crew zum Landgang rüstet werden zwar meist die großen fluchtluken geschlossen, aber die kleinen und schmalen Seitenluken bleiben weiterhin geöffnet.
Die ist ja durchaus zu verstehen, denn besonders in südlichen Gefilden bleibt es auch abends noch ordentlich warm, und wer will schon nach einem leckeren Abendessen zurück an Bord kommen udn eine heißes und stickiges Yachtinneres vorfinden - da macht dann das Schlafen keinen Spass. Also bleiben wenigstens die kleinen Luken zum Durchlüften geöffnet. U
nd somit sind den Dieben sprichwörtlich alle Türen offen! Es geht so einfach: Mit dem langen Arm werden die oben liegenden Schapps und Schwalbennester nach Brauchbarem durchforstet - dabei kann eine zweite Person durch die gegenüber liegende Luke den Langfinger anleiten und schwupps: Weg sind die Wertgegenstände! Wenn der Arm des Diebes zu kurz ist - Max und Moritz hatten es schon vorgemacht - mit einem Haken, einem Bootshaken, oder mit ähnlichem Gerät kann man sogar vom Kartentisch das Notebook fischen.
Fazit: Wenn das Boot verlassen wird sollten auch bei großer Hitze sämtliche Luken nicht nur zugemacht, sondern auch von innen verriegelt weren. ... Be der Rückkehr an Bord kann man sich ja immer noch mit einem GläschenAbsacker ins Cockpit setzen und abwarten, bis es unter Deck durchlüftet ist.
Schnorcheln und Arbeiten unter Wasser
Manchmal kann s passieren, daß es am Unterwasserschiff ein Problem gibt - ein Tampen in der Schraube zum Beispiel, oder am Rumpf ist was zu inspizieren. Bevor das Boot dann kostenintensiv gekrant werden muß oder unterwegs gar zum manövrierunfähigen Schiff wird, ist es einfacher mit der Taucherbrille nach dem Rechten zu sehen.1. Jeder Skipper sollte sich ein wenig mit dem Schnorcheln beschäftigen und dies auch üben. Gerade in warmen Gefilden eröffnet sich die traumhafte Unterwasserwelt mit ihrer vielfältigen Fauna und Flora.
2. Tauchschulen bieten verschiedene Kurse an, auch im heimischen Hallenbad.
3. Eine (passende) Schnorchelausrüstung sollte auf jeden Törn mitgenommen werden. Aus Taucherbrille, Schnorchel und Schwimmflossen besteht die ABC-Ausrüstung.
4. Bei kaltem Wasser 1-2 T-Shirts und/oder ein möglichst langärmeliges Hemd zusammen mit einer langen Hose anziehen, um einer Unterkühlung vorzubeugen. Ein Surf- oder gar ein richtiger Taucheranzug ist natürlich noch viel besser, dann aber mit tariertem Bleigürtel, damit der Taucher nicht wie ein Korken an der Oberfläche treibt.
5. Manchmal wird es nicht reichen, daß von der Wasseroberfläche aus gearbeitet werden kann. Zur Inspektion oder zur Reparatur muß man abtauchen. Hierzu möglichst ruhig durch den Schnorchel mit dem Gesicht im Wasser atmen. Dann einen tiefen Atemzug nehmen, den Oberkörper nach unten knicken und abtauchen.
6. Beim Auftauchen muß der Kopf nicht aus dem Wasser gehoben werden. Der Schnorchel wird nach Erreichen der Wasseroberfläche durch kurzes und festes Pusten ausgeblasen und vom Wasser befreit. Dann kann der Taucher durch den Schnorchel mühelos weiteratmen.
7. Wenn beim Runtertauchen die Ohren anfangen zu drücken (wie im Flugzeug), dann muß unbedingt Druckausgleich gemacht werden!: Mit Daumen und Zeigefinger in den Naseneingriff der Taucherbrille greifen, die Nase zuhalten und kurz "schneuzen". Kräftiges Schlucken und dazu den Unterkiefer hin- und herbewegen hilft auch und unterstützt diese Maßnahme. Der Druck auf den Ohren sollte jetzt nachlassen. Wenn der Druckschmerz nicht nachläßt, dann sofort auftauchen! Da jedoch die Tauchtiefe zu Propeller oder Schiffsrumpf meist nur etwa 1 Meter beträgt wird dieses Problem oft gar nicht auftreten.
8. Je ruhiger die Atmung - Stress und Adrenalinausstoß vermeiden - desto länger kann man unter Wasser die Luft anhalten und sich dort aufhalten.
9. Findet die Unterwasseraktion im freien Wasser statt, so ist zweckmäßigerweise ein Lifebelt zu tragen, der von einer zweiten Person an Bord gesichert wird. So wird verhindert, daß der Taucher vom Schiff weggetrieben wird und daß dann eine Mann-über-Bord-Situation entsteht.
10. Nach dem Tauchgang am besten sofort warm duschen, was heißes trinken und sich warm anziehen.
Block für alle Fälle
Manchmal soll eine Leine genau da angreifen wo kein Decksbeschlag zur Verfügung steht, sie soll irgendwie umgelenkt werden, das Vorsegel braucht für optimalen Trimm einen Holepunkt, der mit der Fockschiene nicht dargestellt werden kann, oder die Spinnakerschot benötigt dringend einen Barberhauler an der Schot, um das große Tuch im Zaum zu halten. Was aber tun?
Ganz einfach! Wie bei den Kochrezepten. Man nehme: Einen einfachen Block (in der Luxusversion nimmt man einen Klappblock, das erspart manchmal das Durchfädeln irgendwelcher Leinen) und ein Ende von etwa 1-2 Metern Länge - fertig ist der mobile Block für alle Fälle. Mit der Leine wird dieser Block zum Beispiel an Klampen, an Püttings oder sonstwelchen stabilen Punkten an Deck befestigt. Über die Rolle läuft dann die Fock- oder Spischot, und schon ist ein wirkungsvoller Barberhauler gebastelt.
Doppelte Schoten
Der Vorschoter müht sich bei steifer Brise an der großen
Fockwinsch, doch nur mir äußerster Kraftanstrengung bekommt er das
Vorsegel dicht gesetzt - nur zentimeterweise kommt er weiter. Mal
abgesehen davon, dass ihm der Rudergänger ein wenig helfen könnte,
indem er ein wenig anluft, somit den Druck aus dem Segel nimmt und
der Vorschoter dann fast mühelos kurbeln kann, ist der
Kraftaufwand, den mal leisten muß, für Nicht-Bodybuilder einfach zu
groß.
Freilich könnte man größere Winschen einbauen, selbstholende
natürlich, vielleicht sogar mit drei Gängen, oder gar elektrisch
angetrieben, aber Winschen kosten nun mal so richtig viel Geld!
Für einen Bruchteil dieser Summe geht es auch anders: man nehme doppelte Schoten. Am Schothorn des Vorsegels wird ein einfacher Block befestigt. Die Fockschot wird erstmal am Holepunkt angeknotet, dann über diese Rolle geführt, und dann erst kommt sie auf die Fockwinsch. Mit dieser einfachen Anordnung beträgt die Kraftersparnis satte 50 Prozent! Das heißt, dass nur noch mit halber Kraft gezogen werden muß. Da kann auch die Winsch eine Nummer kleiner gewählt werden. Sogar bei der Fockschot kann gespart werden, denn diese Leine kann auch wesentlich dünner und damit preiswerter ausfallen. Allerdings muß sie noch so dick sein, dass man sie mit den Händen gut greifen kann. Alles in allem eine Sache, die mit wenig Geld- und Zeitaufwand eine große Erleichterung darstellt.
Und wer einen pfiffigen Segelmacher kennt, der läßt sich einen Doppelblock (mit 2 gleich großen Scheiben) gleich in das Schothorn einbauen!
Reffen ohne Lärm und Schlagen
Wird der Wind stärker, muss die Segelfläche entsprechend angepasst werden. Es muss gerefft werden.
In Segelschulungsbüchern ist oft zu lesen, dass man die Yacht in den Wind stellen und dann die Segelflächen verkleinern soll. Die Praxis spricht dagegen. Die Praxis hat gezeigt, dass bei dieser Version das Vorsegel unkontrolliert um den Mast schlägt und dem dort hantierenden Vorschiffsmann eventuell den Metallschäkel, an dem die Fockschoten am Schothorn des Segels angeschlagen sind, um die Ohren fetzt. Auch der Großbaum wird hierbei wild genau mittschiffs – über dem Cockpit – um sich schlagen. Die Gefahr einer Verletzung ist riesengroß und der Lärm wird eine unerfahrene Crew noch zusätzlich einschüchtern.
Das Vorsegel, das an einer Rollanlage gefahren wird, kann auf jedem Kurs gerefft werden. Denn man braucht es an der Reffleine nur einrollen. Dabei wird die Fockschot entsprechend langsam aufgefiert. Vorteil: Das Segel schlägt überhaupt nicht, es rollt sich faltenlos auf, und weder Lärm noch Hektik entstehen. Das Großsegel kann auf einem moderaten Am-Wind-Kurs problemlos gerefft werden. Die Großschot wird ein wenig aufgefiert, um den Druck aus dem Segel zu nehmen, um aber trotzdem noch ein wenig Wind im Segel zu behalten. Dann schlägt es nicht, und der Baum bleibt in Lee des Cockpits.
Ausreffen geht genau so: Auf Am-Wind-Kurs können die Segelflächen mit der selben Methode gefahrlos vergrößert werden.
Rollfock ohne Wuhling
Oft werden Crewmitglieder beim Setzen des Roll-Vorsegels gesehen, die das große Tuch besonders schnell setzen wollen. Dabei lösen sie die Fock-Rollerleine und ziehen kräftig an der Fockschot, so dass das Segel sich blitzschnell von der Rollanlage abwickelt und im Nu dichtgeholt werden kann.
Dabei übersehen sie aber, dass die lose Rollerleine auch nur
locker auf der Wickeltrommel aufgewickelt wird, wenn sich die Leine
nicht gleich schon zwischen Trommel-Seitenwand und
Stahl-Abweisbügel einklemmt. Bei ruhigem Wetter und wenig Wind
lässt sich die Fock auch mit dieser losen Rollerleine wieder
eindrehen, aber bei kräftigem Wind und Seegang sieht das beim
Einrollen oder Reffen ganz anders aus! Dann nämlich muss kräftig an
der Rollerleine gezogen werden, manchmal sogar mit Winschenhilfe.
Und dann zieht sich das vorher so lockere Tauwerk um die Trommel
zusammen, bildet schon mal eine Schlaufe, und der schier unlösbare
"Reffknoten" ist perfekt!
Am Schlimmsten wird es, wenn Spritzwasser die Leine durchnässt hat,
denn dann dehnt sich das Tauwerk ein wenig mehr und verkeilt sich
zu unlösbaren Knoten, die nur noch mit dem Messer aufzuschneiden
sind... - das Segel übrigens auch, wenn es für längere Zeit killend
im Wind flattert. Dann legt es sich in "einzelne Streifen" aus
Segeltuch, die auch ein Segelmacher nicht mehr zusammenkriegt - ein
neues und teures Segel muss dann her.
Wenn aber ein (zweites) Crewmitglied dafür sorgt, dass sich während des Setzens der Fock die Rollerleine mäßig stramm auf der Trommel aufwickelt wird sich das Vorsegel auch bei schwerem Wetter jederzeit leicht wegrollen lassen.
Überläufer auf der Winsch klarieren
Pannen passieren ja meist im ungünstigsten Augenblick, und so
verheddert sich die Fockschot auf der Winsch just in dem
Augenblick, wenn bei viel Wind eine Wende gefahren wird.
Schlagartig ist der Überläufer da und dank des großen Schotzuges
wird das Knäuel sofort zum nicht mehr lösbaren Knoten.
Wer jetzt eine Wende fährt, um die Schot zu entlasten, hat nur
wenige Sekunden Zeit, um den Überläufer zu klarieren, dann bringt
der Wind im Segel wieder Zug auf die Leine.
Mit Hilfe eines Stoppersteks wird das Problem schnell, sicher und elegant gelöst. Der Stopperstek wir etwa einen Meter vor der Winsch aufgesetzt und dann nach achtern auf eine zweite Winsch aufgelegt. Steht auf dieser Seite keine freie Winsch zur Verfügung, kann die Hilfsleine mit einer Umlenkrolle, zur Not auch um eine Klampe herum, auf eine Winsch auf der anderen Bootsseite umgelenkt werden. Hier wird die Hilfsleine so lange stramm gezogen, bis die Fockschot lose kommt. Der Überläufer wird klariert, die Sorgleine gefiert und das Problem ist gelöst. Während dieses Manövers segelt der Rudergänger auf seinem angesagten Kurs weiter.
Die schwebende Gangway
Anders als in nördlichen Gefilden, wo Yachten entweder
längsseits an der Pier, oder im Päckchen, oder mit dem Bug voraus
in der Box anlegen, wird in den Mittelmeerländern mit dem Buganker
und mit dem Heck zur Pier angelegt. Zum Aussteigen ist eine Gangway
ein erprobtes Hilfsmittel.
Einesteils wird das Yachtheck geschützt, weil es in einiger
Entfernung von der Mauer bleibt, andernteils ist so ein Laufsteg
bequem beim Gang von und an Bord.
Im einfachsten Fall verrichtet ein simples Brett, das vom Heck der Yacht bis auf die Kaimauer reicht, klaglos seinen Dienst. Ein Bändsel, das an Bord belegt wird, verhindert, daß diese Passarella abhanden kommt. Komfortabler sind richtige Gangways, deren eines Ende am Rumpf an einem drehbaren Beschlag sitzt, deren landseitiges Ende an einer Leine hängt, die oft über den Masttop geführt ist, um die Planke an die Höhe der Kaimauer anzugleichen. Bewegliche Rollen sollen für gute Bodenhaftung sorgen. Auf großen und teuren Yachten findet man auch hydraulisch angetriebene Edelteile mit integrierter indirekter Beleuchtung samt rotem Teppich, die per Infrarot-Fernbedienung aus- und eingefahren werden und die ohne Halte-Tauwerk auskommen, aber hiervon sprechen wir grade nicht.
Wenn die Gangway auf der Mauer aufliegt und sich die Yacht bewegt, dann entstehen unweigerlich Geräusche, die die Nachtruhe empfindlich stören können. Und das ständige Schleifen auf dem Boden macht das Landungsgerät nicht grade besser.
Wird aber zwischen die Leine zur Höhenverstellung und der Gangway ein fester Gummistropp geknotet, dann läßt sich das landseitige Ende der Passarella etwa 20 Zentimeter hoch schwebend über der Mauer justieren. Wenn dann ein Crewmitglied - egal, ob vom Schiff aus oder von Land - ein- oder aussteigen möchte, dann dehnt sich der Gummi, die Gangway liegt stabil auf dem Boden auf, und man kann bequem und gefahrlos über die Planke gehen. Steht niemand mehr dort, dann befindet sich die Gangway in Ruhestellung frei schwebend über der Kaimauer - ganz automatisch. Und kaputte Gangwayrollen und gestörter Schlaf gehören der Vergangenheit an.
Das Notebook an Deck - "Stay connected"
Inzwischen ist ja der Bordcomputer von (fast) keiner Yacht mehr
wegzudenken. Fest installierte Server arbeiten auf großen Yachten
als Email- und Internetmaschine, zur Überwachung der
Bordelektronik, als Navigator und als Medienserver mit vielen
Gigabytes als Video- und Musikmaterial zur Erbauung der Crew.
Auf kleineren Yachten halten Notebooks Einzug in die
Navigationsecken – ja sogar Charterer betreten ohne ihren Laptop
oftmals nicht mehr eine Yacht. Es ist zwar wunderschön und sehr
praktisch, wenn Wetterdaten, EMails, elektronische Navigation, ja
sogar das Logbook im Notebook zentral bearbeitet und gespeichert
werden können, aber wer will denn schon eine Teil seines
wohlverdienten Urlaubs als Kellerassel, unten im Schiffsbauch und
am Navitisch verbringen, während sich die Restcrew die Sonne auf
den Body scheinen lässt?
Leider ist die Helligkeit eines Laptop-Bildschirmes nicht hoch
genug, als dass man sich im sonnendurchfluteten Cockpit
niederlassen könnte, um dort zu arbeiten, denn das Blinzeln auf den
schwachen Screen ist unglaublich anstrengend für die
Augen.
Die Firmen www.icap-shop.de und www.lapdome.com haben sich darüber
Gedanken gemacht und speziell für den Profieinsatz praktische
„Verhüterlis“ für Computer entwickelt. Während iCap sich ganz klein
zusammenfalten lässt und es sich dank einer Springfeder
blitzschnell entfaltet trumpft LapDome damit auf, dass sich deren
Mini-Sprayhoods gleichzeitig als Notebook-Taschen oder –Rucksack
verwenden lassen. Sogar vor Regen ist die empfindliche Elektronik
beim praktischen Einsatz geschützt! Kosten: Zwischen etwa 20 und 80
Euro.
Für den Preis eines Aktenordners kann man sich einen Sonnenschutz auch selber basteln: Ein Ordner deshalb, weil er überall erhältlich ist, weil das Material relativ stabil und dabei leicht ist. Aber auch aus Kunststoffplatten oder Metall lässt sich der Schattenspender anfertigen. Die Rückwand des Ordners hat die Größe von etwa einem DIN A 4-Blatt, somit reicht die längere Seite grade gut für ein 15-Zoll-Notebook aus. Sie wird vom Ordner abgeschnitten. Die vordere Seite wird ebenfalls abgeschnitten, so dass nur noch die Ordnermechanik übrig bleibt – sie kann in den Müll. Diese Platte wird nochmals diagonal zerschnitten, denn das werden die Seitenteile. An die Deckplatte werden in zwei der Ecken jeweils ein U-förmig gebogener Metallwinkel angeschraubt. Damit steckt man den Schattierer oben auf den Bildschirm. Die beiden Seitenteile werden einfach mit einem robusten Tape an die Deckplatte geklebt. So kann man die Seitenteile zusammenklappen und das Gerät, etwa im A 4-Format, leicht transportieren.
Der selbstgemachte „PC-Shade“ des Autors ist vielleicht nicht ganz so effektiv wie seine professionellen Ideenvorbilder, aber er war in etwa 20 Minuten zu basteln – praktisch zum Nulltarif.
Telefonkarten - im Ausland günstig mit dem Handy
Unsere Handys sind ja sooooo praktisch: Überall erreichbar sein ist einfach klasse! Auch beim Segeln im Ausland braucht niemend mehr auf die Verbindung nach Hause verzichten.
Allerdings kommt so manches Mal das böse Erwachen mit Zustellung der Telefonrechnung, denn Roaminggebühren und die Nutzung fremder Telefonnetze gehen ordentlich ins Geld. Wer im Ausland einige Zeit unterwegs ist der tut gut daran sich eine so genannte Prepaid-Telefonkarte für eines der jeweiligen Landesnetze zu besorgen. In praktisch allen Ländern gibt es Telefonläden der jeweiligen Mobilfunkbetreiber. Dort kann man für eine einmalige relativ geringe Gebühr eine Prepaidkarte des jeweiligen Netzbetreibers erwerben. Einfach ins Handy reinstecken und innerhalb weniger Minuten erhält man die Freischaltung einer eigenen Telefonnummer im jeweiligen Landesnetz.
Die Vorteile: Dank der "Inlandsnummer" entfallen sämtliche
Roaminggebühren und dergleichen - wenn Sie selbst anrufen, dann
starten Sie erstmal ein Inlandsgespräch zu ortsüblichen Tarifen -
und wenn Sie angerufen werden, dann zahlt der Anrufer die gesamte
Zeche, und Sie bezahlen gar nichts.
Sollten Sie Besitzer eines Alten und ausgemusterten Handys sein, so
können Sie dieses Gerät jetzt als Zweithandy einsetzen. Und noch
ein Vorteil für alle, die ihre Emails auch an Bord bearbeiten
möchten: Auch hier hilft die Prepaid-Telefonkarte, um Gebühren zu
sparen.
Leinen verbinden mit Doppel-Palstek
Immer wieder mal kommt es vor, dass die Länge einer Leine nicht ausreicht. Zum Beispiel in der Türkei oder in der Karibik, wo die Yachten vor Buganker gehen und sich mit einer oder auch zwei langen Heckleinen zum Ufer hin festmachen - 20 und mehr Meter sind da notwendig, und sich vor dem Flachwasser unter Land freizuhalten. Oft genug sind die Leinen für solch ein Manöver zu kurz und müssen verlängert werden.
Hier kennen die Lehrbücher den Kreuzknoten zum Verbinden zweier gleichstarker Enden und den Schotstek - einfach oder doppelt - zum Verbinden zweier ungleich starker Leinen. Das funktioniert auch sehr gut - zu gut sogar, denn diese Knoten lassen sich praktisch nicht mehr öffnen. erst recht, wenn ordentlich Zug auf die Leinen gekommen ist nachdem sie nass geworden sind - und das werden sie zwangsläufig. Ist eine Leine nass, dann wird sie sehr geschmeidig. Unter Last zieht sich ein Knoten so richtig zusammen. Trocknet der Knoten dann auch noch aus, dann ist dieser Leinenverbinder schier nicht mehr lösbar.
Verwendet man aber zwei ineinander geknüpfte Palsteks, dann taucht das beschriebene Problem gar nicht auf, denn ein Palstek ist auch nach Lasteinwirkung wieder lösbar. ...und einen Nebeneffekt hat dieser Doppel-Palstek auch noch: Durch das recht hohe Gewicht der (nassen) Knoten wirken die auch noch als kleines "Ruckausgleichsgewicht" und schonen Leinen, Schiff und Skipper´s Nerven.
Manövrieren mit Doppelmotorenanlage
Katamarane werden auch in unseren Gefilden immer beliebter - sowohl bei eignern als auch bei den Charterern. Sie bieten, bei gleicher Länge, gegenüber einer Kielyacht fast die doppelte Breite. Das heißt, dass fast doppelt so viel Platz an Deck, im Salon und in den Kabinen zur Verfügung steht. Es gibt keine engen V-Kojen, auch in den Achtenkabinen herrscht durchwegs Stehhöhe, Getränke bleiben auch bei 5 Bft. noch am Tisch, und, das Wichtigste, sie haben zwei Motoren - in jedem Rumpf einen.
Manch größere Segelyacht und viele Motorboote und -yachten verfügen ebenfalls über eine Doppelmotorenanlage - sie verfügen über die selben Manövriereigenschaften wie die Kats. Diese Tatsache ergibt ungeahnte Rangiereigenschaften, wegen dieser so mancher Segler vom Chartern eines Zweirümpfers absieht, weil er nicht weiß, wie das Handling mit zwei unabhängigen Motoren und Schrauben funktioniert.
Die beiden Motoren können unabhängig voneinander bedient werden
- ähnlich einem Kettenfahrzeug kann man durch eine Maschine
vorwärts, die andere rückwärts, auf dem Teller drehen. Bei der
Vorwärtsfahrt verhält sich der Kat nicht anders als eine Kielyacht,
außer, dass man zum Spritsparen auch nur mit einem Motor fahren
kann. Beim Rückwärtsfahren ist die Lage der Ruderblätter unwichtig,
ja, man braucht nicht mal Ruder zu legen, wenn man die
Fahrtrichtung mittels der Gashebel der beiden Antriebe einstellt.
Wie auch bei großen Motoryachten mit Doppelantrieb fährt man
punktgenau rückwärts nur durch das unterschiedliche Gasgeben
mit den beiden Gashebeln.
Zwischendurch kann mit einem kurzen Pull vorwärts mit einem Motor
eine größere Kurskorrektur vorgenommen oder die Geschwindigkeit
herabgesetzt werden. Dass dies nicht gleich beim ersten Mal
klappt ist ganz normal, weshalb sich jeder Katamaran-Neuling gleich
beim ersten Auslaufen ein wenig Zeit nehmen und in einer stillen
Hafenecke das Rückwärtsfahren üben sollte - mit einer noch nicht
bekannten Kielyacht übrigens auch!
Wer sich dadurch Sicherheit aufgebaut hat wird auch in engen Häfen - viel exakter noch als mit dem Kielboot - souverän und stressfrei mit dem breiten Zweirümpfer manövrieren.
Luken zu während der Dämmerung
Abends, zurück an Bord, nach dem Besuch der gemütlichen Taverne,
gibt es nicht schöneres als sich in die gemütliche Koje zu kuscheln
und sanft zu entschlummern.
Ungemütlich wird es allerdings, wenn der abendliche Tau in die
Plünnen gekrochen ist und sich das Bettzeug unangenehm klamm
anfühlt. Das kommt daher, daß sich gegen Abend die aufgeheizte Luft
abkühlt und die darin enthaltene Feuchtigkeit z.B. in Form von
Abendwolken ausfällt. Auch an Bord schlägt sich diese Feuchtigkeit
auf dem Deck als Tau nieder. Wenn die Dachluken nicht vor Beginn
dieses Effektes geschlossen wurden, dann bekommen auch die darunter
liegenden Kojen ihre Portion kondensierten Wasserdampf ab.
Darum: Vor dem Weggehen zum Abendessen besonders die Dachluken
schließen und die Bettdecke bleibt schön trocken.
Barberhauler selbstgemacht
Auf manchen Segelkursen wünscht man sich bessere Kontrolle und
Trimmmöglichkeit des Vorsegels, des Blisters oder Spinnakers. Aber
nicht auf allen Yachten, gerade auf Charteryachten, sind
regattamäßige Trimmhilfen vorhanden.
Ein Barberhauler stellt eine einfach herzustellende, aber effektive
Trimmhilfe dar. Er dient der zusätzlichen Kontrolle des
Segel-Holepunktes zum Verstellen nach außen oder innen bzw. weiter
nach vorn oder nach achtern.
Zum Anbringen dieser Trimmleine gibt es verschiedene
Möglichkeiten:
An der Fußreling zum Beispiel. Viele dieser Aluminiumprofile
verfügen bereits über eine entsprechende Perforierung, die das
Anbringen des Barberhaulers vereinfachen. Natürlich kann man auch
an geeigneter Stelle ein Loch in eine nicht gelochte Fußreling
bohren.
Auch auf dem Kajütdach gibt es auch verschiedenen Yachten stabile
Decksbeschläge, die als Fußpunkt für den Barberhauler geeignet
sind. Bei der eigenen Yacht läßt sich ein Beschlag an fast
beliebiger Stelle montieren.
Die Püttingeisen könnten ebenfalls hierfür in Frage kommen.
An diesem Fußpunkt wird entweder ein Bändsel, ein Schäkel oder ein
Karabiner befestigt. Am besten ist jetzt natürlich eine
Umlenkrolle, die das Fieren und Holen der Trimmleine ohne große
Reibung ermöglicht. Wenn´s schnell gehen muß, oder wenn kein Block
zur Hand ist, dann kann die Barberhaulerleine auch direkt durch
Schäkel oder Karabiner geschoren werden. Das eine Ende der
Trimmleine kommt entweder direkt an das Schothorn von Genua, Fock,
Spi oder Blister, oder sie wird mit einem weiteren (Klapp-) Block
frei beweglich auf der Schot gefahren. Das andere Ende wircd anch
hinten ins Cockpit geführt und kann dort über eine Winsch gefahren
oder auf einer Klampe belegt werden.
Auch für Charterer ist ein Barberhauler als effektive Trimmhilfe
interessant, denn außer einem Schäkel und einigen Metern relativ
dünner Leine ist für die Einfach-Version keine zusätzliche Technik
nötig und der Zeitaufwand zur Montage beschränkt sich auf wenige
Minuten.